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Logistik: WIGOS lud zu virtueller Podiumsdiskussion

„Der Frachtraummarkt im Wandel“, unter diesem Titel lud die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises Osnabrück, WIGOS, zu einer virtuellen Podiumsdiskussion. Rund 70 Teilnehmende aus Logistik und Speditionsgewerbe nutzten anschließend die Möglichkeit, sich an „virtuellen Stehtischen“ zu vernetzen.

Der Frachtraummarkt im Wandel
Foto: WIGOS, Eckhard Wiebrock

 

Der Frachtraummarkt unterlag in den vergangenen Jahren immer wieder einem starken Wandel. Die Corona-Pandemie wird nach Expertenmeinung erneut zu starken Änderungen im Marktgleichgewicht führen. Um dieses Spannungsfeld für Spediteure und Logistikdienstleister sowie die Logistikleitungen produzierender regionaler Unternehmen zu beleuchten, lud die WIGOS Branchenvertreter zum kontroversen Austausch.

 

Podiumsteilnehmer aus Logistik, Hochschule und Interessenvertretungen

 

Neben Rolf Meyer von der Meyer & Meyer Holding als Vorstandsvorsitzender des regionalen Branchennetzwerks K.N.I. und Gerhard Dallmöller, Projektleiter Verkehr und Regionalpolitik der IHK Osnabrück–Emsland–Grafschaft Bentheim, waren auch Björn Waldbach, Geschäftsführer der Waldbach Fulfillment Logistik e.K., und Kolja Sahm, Geschäftsführer der SEE Holding GmbH, Teilnehmer der Diskussionsrunde. Professor Dr. Marcus Seifert von der Hochschule Osnabrück als Leiter des Kompetenzzentrums Logis.Net beleuchtete die wissenschaftliche Seite des Themas. Moderatorin Sandra Schürmann von der WIGOS führte ins Thema ein und bat direkt den K.N.I.-Vorsitzenden Meyer um eine Einschätzung der Entwicklungen.

 

Fahrer neuer Engpass

 

„Die Kapazitäten richten sich heute gerade bei den kleineren und mittelgroßen Speditionsunternehmen nicht mehr nach der Zahl der zu beschaffenden Fahrzeuge, sondern nach den vorhandenen Fahrern“, erläuterte Rolf Meyer. Das Branchennetzwerk K.N.I. mit über 80 Mitgliedern versteht sich als Sprachrohr der regionalen Logistikwirtschaft. Nachfrage-Peaks, die in der Vergangenheit mit in Teilzeit arbeitenden Rentnern oder Personen im Nebenerwerb abgearbeitet wurden, würden heute zunehmend durch internationale Anbieter bedient, die in den deutschen Markt drängten.

 

Internationalisierung führt zum Teil zu Wettbewerbsverzerrung

 

Eine Aussage, die auch Gerhard Dallmöller aus seiner fachlichen Sicht bestätigen konnte: „Die Verkehre durch ausländische Frachtführer haben deutlich zugenommen, im Vergleich der Jahre 2018 und 2019 um 19,6 Prozent“, so Dallmöller. Der seit 10 Jahren bei der IHK für die Themen Verkehr und logistische Infrastruktur verantwortliche Projektleiter sieht hierbei jedoch zunehmend eine Wettbewerbsverzerrung: „Aktuell gibt es Berichterstattungen zu Schwerpunktkontrollen, bei denen fast 30 Prozent der ausländischen Frachtführer die Kabotageregeln nicht eingehalten hätten“.

 

Den Beruf des LKW-Fahrers verstärkt wertschätzen

 

Björn Waldbach als mittelständischer Spediteur mit rund 40 Fahrzeugen aus Melle sieht in der höheren Wertschätzung der LKW-Fahrer einen weiteren Ansatz, längerfristig international wettbewerbsfähig zu bleiben: „Wir bilden Fahrer selber aus“, so der Chef von rund 120 Mitarbeitern „Es gilt, das Arbeitsumfeld positiv zu gestalten, angefangen von Arbeitszeiten über eine attraktive Gestaltung der Tätigkeit und die Fahrzeugausstattung bis hin zum Umfang der Trailer und der vereinfachten Ladungssicherung.“

 

Nicht für den günstigsten Spediteur „über die Dörfer ziehen“

 

Auf die Wichtigkeit einer vertrauensvollen, langfristig ausgerichteten Zusammenarbeit wies Kolja Sahm, Geschäftsführer der SEE Holding GmbH als einer der europaweit führenden Importeure von Sanitärprodukten, hin. Das in Wallenhorst ansässige Unternehmen verarbeitet pro Tag rund ein Dutzend Containerladungen im Warenein- und -ausgang. „Unsere Speditionspartner wissen, dass wir in einem schwierigen Umfeld arbeiten, Stichwort Konventionalstrafen. Da darf keine Palette einfach mal stehen bleiben“, so Sahm. Aus diesem Grund arbeite man partnerschaftlich zusammen und „zöge nicht über die Dörfer“, um einen immer noch günstigeren Spediteur zu suchen.

 

Stand der Technik nicht immer Stand der Praxis

 

Auf die Frage, ob die Künstliche Intelligenz (K.I.) ein möglicher Ansatz für die Optimierung bei der Frachtraumauslastung sein könne, zeigte Professor Dr. Marcus Seifert von der Hochschule Osnabrück ein differenziertes Bild auf: „Es gibt den Stand der Technik und den Stand der betrieblichen Praxis“, so Professor Seifert. Diese seien in den seltensten Fällen identisch. In über 60 Beratungsterminen für das Kompetenzzentrum Logis.Net habe er gesehen, was alles geht, aber auch was nicht. „So viel, wie wir über Industrie 4.0 reden, so wenig tun wir dafür“ stellte der Logis.Net-Leiter fest. Neben einer stärkeren Digitalisierung in den Unternehmen würde er sich auch eine noch größere Praxisnähe der KI-Forschung wünschen. So könne etwa ein über den Palettenrand herausragender Reifen den schönsten virtuell erstellten Beladungsplan zunichtemachen.

 

„Virtuelle Stehtische“ luden zum Austausch

 

In ihren abschließenden Statements zeigten sich die Beteiligten der Podiumsdiskussion einig, dass mit dem hoffentlich bald anstehenden Sieg über die Corona-Pandemie der Frachtraummarkt wieder verstärkt unter Druck geraten werde. Im Nachgang der Veranstaltung lud die WIGOS noch zu einem Austausch an virtuellen Stehtischen. Dort konnten die Teilnehmenden sich, ihr Unternehmen und dessen Leistungen vorstellen und so neue Kontakte knüpfen. „Die intensiven Diskussionen im Rahmen unserer Veranstaltung zeigen, dass im Logistikbereich viel in Bewegung ist“, fasste die Moderatorin Sandra Schürmann die Resonanz zusammen.

 

Bildunterschrift: Gleich fünf Podiumsgäste begrüßte Moderatorin Sandra Schürmann von der Wirtschaftsförderung des Landkreises zur virtuellen Diskussion „Der Frachtraummarkt im Wandel“. (Foto: WIGOS / Eckhard Wiebrock)

 

 

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