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Regionalkonferenz informiert zu Lieferketten in Krisenzeiten

„Die Frage, wie die Resilienz der Lieferketten gesteigert werden kann, treibt Unternehmen tagtäglich um. Die Corona-Pandemie und der Lockdown haben uns gezeigt, welche großen Auswirkungen Störungen in der Lieferkette haben. Wir müssen ganz neue Wege entwickeln und diese konsequent einschlagen“, betonte Anna Kebschull, Landrätin des Landkreises Osnabrück, bei der 10. Regionalkonferenz Logistik der Metropolregion Nordwest.

10. Regionalkonferenz Logistik in Rieste beleuchtete Herausforderun-gen für die Logistik in der Corona-Krise
Foto: © WIGOS - Uwe Lewandowski

 

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Das sei eine große Herausforderung, aber auch eine Chance, unter anderem für die Steigerung der langfristigen Wettbewerbsfähigkeit. Bei der Veranstaltung im Adidas Central Distribution Center CDC in Rieste im Niedersachsenpark drehte sich alles um stabile Lieferketten in Krisenzeiten. Rund 130 Interessierte aus der Logistikbranche informierten sich in den Vorträgen renommierter Referenten über die Herausforderungen durch Corona und wie Unternehmen diese bewältigen können. Die WIGOS Wirtschaftsförderungsgesellschaft Osnabrücker Land mbH hatte zu der Konferenz eingeladen, die von der Metropolregion Nordwest unterstützt wurde. Moderiert wurde die Veranstaltung von Prof. Dr. Marcus Seifert, Logis.Net, Professor für Logistik an der Hochschule Osnabrück.

 

„Aufgrund der Pandemie sind viele Unternehmen in der Region von dem Vor-Corona-Ziel „Just in time“ abgewichen. Eine Möglichkeit ist es, Lager für Produkte anzulegen. Alternativ kann die Produktion wieder in die Region zurückgeholt werden – lieber etwas teurer, aber zuverlässig und vor Ort“, sagte die Landrätin zur Begrüßung im adidas Logistikzentrum. So sei es zu Beginn der Pandemie schwierig gewesen, Schutzkleidung zu bekommen. Aus den Erfahrungen heraus habe der Landkreis inzwischen ein kleines Lager angelegt, erklärte die Landrätin.

 

Harald Emigholz, 2. Vorsitzender der Metropolregion Nordwest wies bei der Begrüßung auf die regionalen Förderprojekte für Innovationen und den Ideenwettbewerb der Metropolregion hin. Darüber hinaus bedankte er sich bei Thomas Serries vom UnternehmensService der WIGOS für die Organisation der Konferenz.

 

Einen Einblick in die Logistikschule, der größten Ausbildungseinrichtung der Bundeswehr, gab Brigadegeneral Boris Nannt, Kommandeur der Logistikschule. Die Schule führt zentral für alle Teilstreitkräfte logistische Fach- und Führungsausbildungen im nationalen und multinationalen Rahmen durch. Jährlich unterlaufen rund 15.000 Teilnehmende eine Ausbildung an der Logistikschule, an der 1.000 Mitarbeiter tätig sind. Der Kommandeur berichtete von den logistischen Herausforderungen der Bundeswehr, unter anderem der Rückverlegung aus Afghanistan: „Dies war eine Riesen-Operation für uns. Innerhalb eines Monats wurde das gesamte Material abtransportiert.“ Der Brigadegeneral machte deutlich, wie wichtig Führungskräfte und die Teamausbildung in diesem Prozess sind: „Das Personal ist der Schlüssel. Führungskräfte, die auf einem weißen Blatt planen können statt Checklisten abzuarbeiten, sind entscheidend, damit Logistik in Krisenzeiten funktioniert.“

 

Auf die besonderen Herausforderungen für Logistikketten im Nonfood-Bereich ging Sven Künnemann, Vice President DC Operations Europe bei adidas, in seinem Vortrag ein. Der Referent ist verantwortlich für das weltweit größte und vollautomatisierte Distributionszentrum in Rieste. Von dort aus werden täglich bis zu 100.000 Sendungen an Endkunden geliefert sowie alle europäischen Großkunden und adidas-Shops bedient. „Der Einfluss von Corona auf unsere Logistikketten war sehr massiv, vor allem zu Beginn. Alles war unplanbar. Wir haben darauf reagiert, indem wir festgelegt haben, welche Produkte wir am dringendsten für unsere Kunden benötigen. Aufgrund des Lockdowns waren dies zum Beispiel Jogginghosen, während Fußballequipment eher zu vernachlässigen war“, so Künnemann.

 

Da das Online-Geschäft boomte, füllten sich die Lager immer mehr. „Im Sommer 2020 hatten wir Millionen Teile auf Lager. Wir haben uns daher um weitere Lagerflächen bemüht.“ Vor Beginn der Konferenz hatten die Besucher übrigens die Gelegenheit, selbst das Logistikzentrum bei einem Rundgang zu besichtigen. Die Krise habe aber auch zu neuen Maßnahmen der Digitalisierung geführt. „Es wurde ein Tracking für jedes einzelne Produkt eingeführt, das Transparenz schafft und ein verlässliches Lieferversprechen ermöglicht.“

 

Im ersten Lockdown der Coronakrise waren insbesondere Unternehmen gefordert, Haushalte mit Artikeln des täglichen Bedarfs zu versorgen. Uwe Rummel, Mitglied der Geschäftsleitung bei Thomas Philipps, und verantwortlich für mehr als 250 Verkaufsstellen bundesweit, verdeutlichte in seinem Vortrag die Situation zu Beginn des Lockdowns: „Wir hatten exorbitante Abverkäufe im Bereich von Gartenmöbeln und Artikeln für den Garten. Wir haben unsere Lagerkapazitäten erhöht, uns um Flächen in der Nachbarschaft bemüht und teilweise Waren unter freiem Himmel gelagert.“ Sein Fazit: „Die Reaktionszeiten müssen kurz sein. Macher sind gefragt, denn Krisen sind nicht planbar. Auch die Kommunikation mit den Mitarbeitern ist ein wichtiger Faktor“, erklärte Rummel.

 

die neue Seidenstraße eine Rettungsgasse für die Wirtschaft in Zeiten der Pandemie sein kann, darauf ging Prof. Dr. Michael Schüller, Hochschule Osnabrück, ein. Der Fachmann für Chinalogistik hatte selbst 2019 die Seidenstraße bereist. Der Referent erläuterte die Bedeutung des chinesischen geopolitischen Projekts und Verbundes, an dem 141 Länder beteiligt sind. Dabei ging Prof. Dr. Schüller detailliert auf die eiserne Seidenstraße als sinnvolle Ergänzung ein. In der anschließenden Podiumsdiskussion tauschten sich die Referenten darüber aus, mit welchen Maßnahmen den logistischen Herausforderungen begegnet werden kann.

 

Bildunterschrift:

Landrätin Anna Kebschull eröffnete die Logistikkonferenz mit den Teilnehmern und Referenten (v.li.) Sven Künnemann (adidas AG), WIGOS-Geschäftsführer Siegfried Averhage, Prof. Dr. Marcus Seifert (Hochschule Osnabrück), Thomas Serries (WIGOS-Unternehmensservice), Brigadegeneral Boris Nannt (Logistikschule Bundeswehr), Prof. Dr. Michael Schüller (Hochschule Osnabrück), Harald Emigholz (Metropolregion Nordwest) und Uwe Rummel (Thomas Philipps)

 

Foto: Uwe Lewandowski

 

 

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