Von Wallenhorst aus entstehen Stromtrassen, Bahnstrecken, Brücken und Straßen in ganz Deutschland. An mehr als 100 Projekten bundesweit ist das Bauunternehmen Eiffage Infra-Nordwest GmbH aktuell beteiligt. Eines davon ist der geplante Bau einer 600 km langen Gleich-Stromtrasse zwischen Oldenburg und quer durch den Taunus bis nach Mannheim. Beim Besuch von Landrätin Anna Kebschull und der WIGOS ging es aber nicht nur um die Infrastruktur von morgen, sondern auch um die Frage der Personalgewinnung - unter anderem aus dem Ausland.
Beim Besuch zeigten sich die Landrätin und WIGOS-Geschäftsführer Peter Vahrenkamp beeindruckt von der Größe und der Bandbreite des Unternehmens: So beschäftigt Eiffage Infra-Nordwest aktuell 773 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter 80 Auszubildende, an seinem Hauptstandort Wallenhorst sowie weiteren Standorten und Büros in Herne, Bremen, Berlin und Hamburg. „Ich freue mich, aus erster Hand zu erfahren, welche Projekte das Unternehmen bearbeitet und wo die größten Herausforderungen liegen. Schließlich sind mittelständische Arbeitgeber wie Eiffage Infra-Nordwest das Rückgrat unseres Standortes“, betonte Landrätin Anna Kebschull im Gespräch mit den Geschäftsführern. Und WIGOS-Geschäftsführer Peter Vahrenkamp ergänzte: „Eiffage Infra-Nordwest zeigt eindrucksvoll, dass Unternehmen aus dem Landkreis Osnabrück an den großen Zukunftsaufgaben unseres Landes mitarbeiten. Gleichzeitig wird deutlich, dass qualifizierte Fachkräfte der Schlüssel für den Erfolg dieser Projekte sind. Genau hier unterstützen wir die Unternehmen als WIGOS.“
„Wir sind zwar groß, viele nehmen uns aber gar nicht so groß wahr“, sagte Manfred Inden, kaufmännischer Geschäftsführer. Dabei ist das Unternehmen an zahlreichen Stellen im Land sichtbar: Eiffage Infra-Nordwest baut Schienenwege, Kanäle, Straßen und Brücken, erstellt komplette Verkehrsbauten und komplexe Bahninfrastrukturprojekte. Hinzu kommen Schleusensanierungen, Modernisierung und Neubau von Kläranlagen und Grubenwasserbehandlungsanlagen und der Bau von Stromtrassen.
Derzeit laufen die Vorbereitungen für den Bau des Rhein Main Link - eine rund 600 Kilometer lange erdverlegte Stromtrasse, die von Oldenburg nach Mannheim führt und grünen Strom aus Offshore-Windparks in die Rhein-Main-Region transportiert. Die Strecke führt quer durch Deutschland und stellt die beteiligten Unternehmen technisch vor erhebliche Herausforderungen: „Unterwegs müssen zahlreiche Flüsse, Autobahnen und Bahnstrecken gekreuzt werden“, erklärte Frank Sauer, technischer Geschäftsführer.
Ein aktuell großvolumiges Projekt für den Bau von Stromtrassen läuft derzeit im Landkreis Osnabrück: Im Bereich Osnabrück-Lüstringen und Bissendorf baut Eiffage Infra-Nordwest aktuell mit einem holländischen Partner federführend eine erdverkabelte Stromtrasse. Landrätin Anna Kebschull lobte im Gespräch nicht nur die technische Leistung, sondern auch den Umgang des Eiffage-Teams mit den Menschen vor Ort. „Wir erhalten sehr positive Rückmeldungen zu den Bauarbeiten. Wenn die Teams freundlich, offen und wertschätzend mit den Anwohnerinnen und Anwohnern umgehen, schafft das Akzeptanz und erleichtert die Umsetzung.“ Dieses Lob solle ausdrücklich an die Beschäftigten auf den Baustellen weitergegeben werden.
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Auch an dem sechsspurigen Ausbau der A 3 zwischen Würzburg und Nürnberg – über 70 km – ist das Unternehmen im Rahmen einer Öffentlich-Privaten-Partnerschaft (ÖPP Modell) und einer Arbeitsgemeinschaft an der Ausführung der Bauarbeiten beteiligt. Im Bahnbereich arbeitet Eiffage Infra-Nordwest unter anderem an der Erneuerung der Verkehrsstation am Hauptbahnhof Duisburg. Zudem wirkt das Wallenhorster Unternehmen derzeit planerisch an der Realisierung der Hinterlandanbindung der „Festen Fehmarnbeltquerung“ im Rahmen von Mehrparteienverträgen (IPA-Allianzmodellen) und klassischen Bauverträgen mit. Wie die Geschäftsführer erläuterten, ist die Deutsche Bahn AG einer der wichtigsten Auftraggeber.
„Uns geht es sehr gut“, fasste Manfred Inden die wirtschaftliche Situation zusammen. Viele Projekte laufen über mehrere Jahre und sorgen für Planungssicherheit. An Aufträgen fehlt es nicht, die größere Herausforderung ist nach Darstellung der Unternehmensleitung vielmehr die Gewinnung von Arbeits- und Fachkräften für die zahlreichen Baustellen im Land.
„Wir sind überregional tätig und arbeiten an wechselnden Standorten“, erläuterte Geschäftsführer Frank Sauer. „Unsere Beschäftigten müssen je nach Aufgabe die Bereitschaft zur Montage mitbringen. Das macht die Personalgewinnung nicht einfacher.“ Das Unternehmen setzt deshalb auf Ausbildung, duales Studium, Werkstudentinnen und Werkstudenten - und zunehmend auch auf Nachwuchs aus dem Ausland. Noch in diesem Jahr sollen vier Auszubildende aus Marokko ihre Ausbildung in Wallenhorst beginnen.
Dabei spielt die Sprache nach Darstellung von Manfred Inden eine zentrale Rolle. Auf Baustellen müssen Anweisungen, Absprachen und Sicherheitshinweise eindeutig verstanden werden. Gute Sprachkenntnisse seien deshalb nicht nur für die Zusammenarbeit wichtig, sondern vor allem für die Sicherheit. Für das Unternehmen ist ebenso entscheidend, was nach der Ankunft passiert. Die jungen Menschen sollen nicht nur ihre Ausbildung beginnen, sondern langfristig im Unternehmen bleiben. Dazu müssten sie sich im Betrieb und in der Region wohlfühlen, Kontakte knüpfen und im Alltag ankommen, hieß es. Unterstützung kann dabei das neugegründete Welcome & Work Center (WWC) des Landkreises Osnabrück leisten. Es begleitet Unternehmen bei der Gewinnung internationaler Fachkräfte und Auszubildender und hilft bei Fragen zu Verfahren, Ankunft und Integration.
Parallel zu den Anstrengungen, Personal aus dem Ausland zu gewinnen, will Eiffage Infra-Nordwest den eigenen Nachwuchs weiter fördern. Rund zehn dual Studierende sind derzeit im Unternehmen beschäftigt. Werkstudentinnen und Werkstudenten sollen früh Einblicke in die Projekte und Entwicklungsmöglichkeiten erhalten: „Im Baugeschäft kann man schnell Verantwortung übernehmen und sich von Aufgabe zu Aufgabe weiterentwickeln“, erklärte Geschäftsführer Frank Sauer. Zudem wolle das Unternehmen den Frauenanteil erhöhen.
Viele Beschäftigte hätten sich innerhalb des Unternehmens weiterentwickelt und verantwortungsvollere Aufgaben übernommen, berichtete Manfred Inden. Ziel sei es, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter langfristig zu halten und ihnen neue Perspektiven im eigenen Betrieb zu eröffnen. „Bei uns sind nicht die Energiekosten, sondern das Thema Personal die große Herausforderung: die richtigen Leute zur richtigen Zeit zu finden und zu halten“, so der kaufmännische Geschäftsführer.
Bildunterschrift:
Tauschten sich beim Besuch von Eiffage Infra-Nordwest aus (v.l.): Stefanie Weber, Welcome & Work Center (WWC) Landkreis Osnabrück, WIGOS-Geschäftsführer Peter Vahrenkamp, Marcel Strössner, Eiffage Infra-Nordwest, Wallenhorsts Bürgermeister Otto Steinkamp, Geschäftsführer Manfred Inden, Landrätin Anna Kebschull, Geschäftsführer Frank Sauer, Nils Tiedemann, Gemeinde Wallenhorst, Patrick Otto, Prokurist Eiffage Infra-Nordwest, Lisa-Marie Klein, Eiffage Infra-Nordwest, und Phillip Gast, Personalleiter Eiffage Infra-Nordwest.
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