Wie können Neben- und Reststoffe aus der Lebensmittelindustrie sinnvoll verwertet werden? Der erste Praxistag des Projekts WEcircleValley brachte Akteure aus der Region Weser-Ems in Sögel zusammen. Auch WIGOS-Mitarbeiter Andre Schulenberg war vor Ort und informierte sich zum Thema.
Das Trocknungswerk Sögel zeigte den Teilnehmenden, wie Kreislaufwirtschaft bereits heute erfolgreich umgesetzt wird: „Altbrot landet nicht in der Tonne oder in der Biogasanlage, sondern wird bei uns zu Tierfutter veredelt“, erläuterte Geschäftsführer Hannes Wessels während der Werksführung. Neben- und Reststoffe aus der Lebensmittelindustrie, insbesondere aus der Back- und Süßwarenbranche, werden im Unternehmen aufbereitet und als hochwertige Futtermittel wieder in den Wertschöpfungskreislauf zurückgeführt.
Die Führung bot praxisnahe Einblicke in die eingesetzten Prozesse und Technologien. Im anschließenden Workshop stand die Proteinrückgewinnung aus biogenen Restströmen im Mittelpunkt. Frank Köster vom 3N Kompetenzzentrum Niedersachsen stellte aktuelle Projekte und Entwicklungen im Bereich der Proteingewinnung und -verwertung vor. Til Henner Ramm von der Hochschule Osnabrück präsentierte das EIP-Projekt „Grashähnchen“, das neue Ansätze zur Rückgewinnung von Proteinen aus Grünlandbiomasse untersucht.
Die anschließende Diskussion machte deutlich, dass in biogenen Rest- und Nebenströmen erhebliche Potenziale für die Proteinversorgung und eine höhere Wertschöpfung liegen. Gleichzeitig wurden auch Herausforderungen bei der praktischen Umsetzung thematisiert, insbesondere wirtschaftliche Rahmenbedingungen sowie regulatorische Anforderungen entlang der Wertschöpfungskette.
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Foto: © WEcircleValley
Der Austausch zeigte, wie wichtig die Vernetzung von Unternehmen, Forschungseinrichtungen und weiteren Akteuren ist, um innovative Ansätze in die Praxis zu überführen. Am Ende brachte ein Teilnehmer die zentrale Botschaft des Tages auf den Punkt: „Jedem Abfall wohnt ein Mehrwert inne.“
Mit einer Reihe von Praxistagen möchte WEcircleValley erfolgreiche Beispiele der zirkulären Bioökonomie in der Region sichtbar machen und Impulse für neue Kooperationen und Projekte setzen. Nächste Termine und Informationen zum Projekt sind auf www.wecirclevalley.de zu finden.
Quelle: Pressemitteilung WEcircleValley
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