Am Mittellandkanal entwickelt sich der Hafen Wittlager Land zu einem wichtigen Logistikstandort für die Region Osnabrück. Als moderner Binnenhafen verbindet er Wasserweg und Straße und versteht sich als Logistikdrehscheibe für die Region. Dabei reicht das Leistungsspektrum längst über den klassischen Umschlag von Schüttgütern hinaus: Auch Windenergie, der Umschlag von Schwerlastgütern, Recycling und Kreislaufwirtschaft sowie hafenaffine Gewerbeansiedlungen gewinnen zunehmend an Bedeutung.
Wie leistungsfähig der Standort ist, zeigt die aktuelle Logistik für die Windenergie. Im Hafen werden Windkraftkomponenten für das Unternehmen Nordex umgeschlagen. Darüber hinaus bietet der Standort Potenzial für den Umschlag weiterer Schwerlastgüter und großvolumiger Industriekomponenten, die aufgrund ihrer Abmessungen oder ihres Gewichts besondere Anforderungen an Transport, Verladung und Infrastruktur stellen. Dazu zählen beispielsweise schwere Maschinen, Anlagenkomponenten und weitere Güter für industrielle Großprojekte. Dass der Hafen diese Aufgaben heute übernehmen kann, ist kein Zufall: Bereits bei der Planung und dem Bau der Hafeninfrastruktur wurde vorausschauend und zukunftsorientiert berücksichtigt, dass neben klassischen Massengütern auch schwere und großdimensionierte Güter umgeschlagen werden müssen. Damit wurden frühzeitig wichtige Voraussetzungen geschaffen, um neue Logistikfelder zu erschließen und auf die Anforderungen zukünftiger Projekte reagieren zu können. Auch der Umschlag großer Mengen an Baustoffen zeigt, welchen Beitrag der Hafen zur regionalen Versorgung und zur Abwicklung anspruchsvoller Transportaufgaben leisten kann.
Geschäftsführerin Susanne Neuenfeldt sieht eine wesentliche Stärke der Binnenschifffahrt in ihren Kapazitätsreserven. Während die Straßen ausgelastet seien und es zugleich an Schieneninfrastruktur mangele, könne die Binnenschifffahrt insbesondere große Mengen sowie schwere Güter transportieren. Ein einzelnes Binnenschiff könne ein Vielfaches dessen bewegen, was ein Lkw leisten kann. Gerade bei Schwerlasttransporten und großvolumigen Komponenten eröffnet die Kombination aus Wasserstraße und leistungsfähiger Hafeninfrastruktur zusätzliche Möglichkeiten, Straßenverkehre zu entlasten und Transportketten effizienter zu gestalten. Entscheidend seien dafür leistungsfähige Häfen und gute Anschlüsse an die anderen Verkehrsträger. Der Hafen Wittlager Land versteht sich dabei als Schnittstelle und setzt auf mehr Intermodalität, also die intelligente Verknüpfung unterschiedlicher Verkehrsträger.
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Auch beim Thema Niedrigwasser bietet die Lage am Mittellandkanal besondere Vorteile. Anders als natürliche Flüsse ist der Kanal wesentlich weniger unmittelbar von schwankenden Wasserständen abhängig, da sein Wasserstand über Schleusen und ein wasserwirtschaftliches System reguliert wird. Dennoch bleibt der Klimawandel eine Herausforderung: Wenn über längere Zeit weniger Wasser zur Verfügung steht, betrifft dies letztlich auch die Kanäle. Für eine zukunftsfähige Binnenschifffahrt brauche es deshalb angepasste Wasserstraßen und Schleusen, moderne Schiffe, digitale Planungssysteme und Häfen, die flexibel auf unterschiedliche Transportmengen reagieren können.
Darüber hinaus rückt die Frage der alternativen Antriebe stärker in den Mittelpunkt. Nach Einschätzung von Susanne Neuenfeldt muss sich die Binnenschifffahrt auch mit alternativen Antriebsstoffen beschäftigen. Förderprogramme für die Neuentwicklung von Binnenschiffen und für die Anpassung der Hafeninfrastruktur sollen dabei unterstützen. Für den Hafen Wittlager Land bedeutet diese Entwicklung vor allem eines: Der Standort verbindet bereits heute regionale Logistik mit neuen Einsatzfeldern – von Baustoffen bis zu Windkraftkomponenten – und will seine Rolle als leistungsfähige Schnittstelle zwischen Wasserstraße und Straße weiterentwickeln.
Quelle: Pressemitteilung Hafen Wittlager Land GmbH
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