Eingabehilfen öffnen
Am Schölerberg 1, 49082 Osnabrück +49 541 501 2468 Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Drei regionale Firmen im Rennen um Klima-Innovationspreis

Drei regionale Unternehmen im Rennen um Klima Innovationspreis Niedersachsen
Foto: © Feldhaus Klinker Vertriebs GmbH

Eine Möbelkante aus Produktionsresten, elektrische Felder für eine energiesparendere Lebensmittelverarbeitung und deutlich weniger Verpackungsmaterial für Klinkerriemchen: Gleich drei Unternehmen aus dem Landkreis Osnabrück haben sich um den Klima-Innovationspreis Niedersachsen 2026 beworben. ASSMANN Büromöbel aus Melle, Elea Technology aus Quakenbrück und Feldhaus Klinker aus Bad Laer gehen dabei mit sehr unterschiedlichen Ansätzen ins Rennen.

Klimaschutz in der Wirtschaft kann ganz unterschiedlich aussehen. Manchmal steckt er in einem neuen Produktionsverfahren, manchmal in einem Werkstoff – und manchmal schlicht in der Frage, ob ein Produkt wirklich noch einen Karton braucht. Genau diese Bandbreite zeigen drei Unternehmen aus dem Landkreis Osnabrück, die am Klima-Innovationspreis Niedersachsen 2026 teilnehmen.


Nicht so oft hier? Dann jetzt klicken, für den WIGOS-Newsletter
anmelden und unsere Wirtschafts-News automatisch erhalten ...


Der landesweite Wettbewerb wird vom Niedersächsischen Umweltministerium vergeben und von der Niedersachsen Allianz für Nachhaltigkeit durchgeführt. Gesucht werden Innovationen, die das Klima in besonderem Maße schützen und zugleich zeigen, wie eine klimaneutrale Wirtschaft funktionieren kann. Teilnehmen konnten Unternehmen aller Größen, Branchen und Rechtsformen mit Sitz in Niedersachsen.

Nach der abgeschlossenen Bewerbungsphase ist der Wettbewerb einen Schritt weiter: Die Jury hat getagt und ihre Entscheidungen getroffen. Wer den Preis erhält, wird allerdings erst bei der Verleihung im Herbst öffentlich bekannt gegeben. Vielleicht ja mit einem Siegerunternehmen aus dem Osnabrücker Land. 

ASSMANN: Aus Produktionsresten wird eine neue Möbelkante

Mit Kreislaufwirtschaft im ganz wörtlichen Sinn bewirbt sich die ASSMANN Büromöbel GmbH aus Melle. Das 1939 gegründete Unternehmen beschäftigt mehr als 400 Mitarbeiter und produziert unter anderem Schreibtische, Stauraumlösungen, Konferenztische und modulare Arbeitsplatzsysteme.

Für den Klima-Innovationspreis hat ASSMANN eine auf den ersten Blick unscheinbare Komponente ins Rennen geschickt: die Möbelkante. Das Unternehmen setzt nach eigenen Angaben als erster Büromöbelhersteller auf ein vollständig kreislauffähiges Kantenmaterial, das zu 100 Prozent aus eigenen Produktionsresten hergestellt wird.

Was bislang als Reststoff anfiel, soll damit wieder direkt in die Produktion zurückkehren. Nach Angaben des Unternehmens verringert die Lösung das Restmüllaufkommen um rund fünf Tonnen pro Jahr. Zugleich sollen jährlich etwa neun Tonnen CO₂-Äquivalente eingespart werden.

Elea Technology: Elektrische Felder sollen Energie und Wasser sparen

Einen völlig anderen Weg verfolgt die Elea Technology GmbH aus Quakenbrück. Das Unternehmen wurde 2012 als Spin-off des Deutschen Instituts für Lebensmitteltechnik (DIL) gegründet und ist auf sogenannte PEF-Technologie spezialisiert. Die Abkürzung steht für „Pulsed Electric Field“, also gepulste elektrische Felder.

Das Quakenbrücker Unternehmen beschäftigt rund 30 Mitarbeiter und arbeitet eng mit Wissenschaft und Forschung zusammen. Erst 2025 bezog Elea ein neues, energieeffizientes Firmengebäude in Quakenbrück.

Elea stellt selbst keine Lebensmittel her. Das Unternehmen entwickelt vielmehr Anlagen, mit denen Lebensmittelhersteller ihre Produktionsprozesse verändern können. Besonders verbreitet ist die Technologie etwa bei der Verarbeitung von Kartoffeln für Pommes frites und Chips.

Für den Klima-Innovationspreis tritt Elea mit der PEF Advantage B Micro an. Dabei handelt es sich um ein kompaktes System für kleinere Produktionslinien mit einer Kapazität von bis zu etwa 1,7 Tonnen pro Stunde. Pulsierte elektrische Felder öffnen dabei die Zellmembranen von Gemüse, Wurzelgemüse oder Früchten. Nachfolgende Verarbeitungsschritte können dadurch effizienter ablaufen.

Interessant ist das vor allem als Alternative zu thermischen Verfahren wie dem Blanchieren. Weil weniger Wärme benötigt wird, sollen Energie- und Wasserverbrauch sinken. Gleichzeitig lassen sich nach Unternehmensangaben Produktverluste und CO₂-Emissionen verringern.

Feldhaus Klinker: Weniger Karton, deutlich weniger CO₂

Dass Innovation nicht zwangsläufig eine völlig neue Hightech-Anlage voraussetzt, zeigt der dritte Bewerber aus dem Landkreis. Die Feldhaus Klinker Vertriebs GmbH aus Bad Laer hat ihre Verpackung von Klinkerriemchen verändert.

Das Familienunternehmen blickt auf eine fast 170-jährige Geschichte zurück und bezeichnet sich als älteste inhabergeführte Ziegelei Deutschlands. Rund 150 Mitarbeiter arbeiten am Standort Bad Laer.

Bei der eingereichten Klima-Innovation geht es jedoch nicht um das Brennen der Steine selbst, sondern um deren Verpackung. Bislang kamen für sogenannte Flach- und Winkelriemchen einzelne Kartonagen zum Einsatz. Bei Flachriemchen setzt Feldhaus nun auf materialschonendere Banderolen.

Das klingt zunächst nach einer vergleichsweise einfachen Veränderung. Der Effekt ist nach Angaben des Unternehmens jedoch erheblich: Der Materialverbrauch und das Abfallvolumen sinken, die mit der Verpackung verbundenen CO₂-Emissionen sollen um rund 85 Prozent reduziert werden.


Vielleicht auch interessant:

Imp innovation innovation

Foto: © REDPIXEL - Fotolia.com


Preis bewertet mehr als nur eingesparte Tonnen CO₂

Für die drei Unternehmen aus dem Landkreis reicht es allerdings nicht, allein eine möglichst große CO₂-Einsparung nachzuweisen. Die Jury beurteilt jede Bewerbung anhand von vier gleich gewichteten Kriterien: den Beitrag zum Klimaschutz, den Beitrag zu einer klimaneutralen Wirtschaft sowie die soziale und die wirtschaftliche Nachhaltigkeit. Jedes Kriterium fließt mit 25 Prozent in die Bewertung ein.

Dem Gewinner des Hauptpreises winken 10.000 Euro Preisgeld, eine eigens gefertigte Trophäe sowie ein Imagefilm über die ausgezeichnete Innovation. Welche der eingereichten Innovation aus ganz Niedersachsen die Jury am meisten überzeugt hat, steht intern bereits fest. Öffentlich gemacht wird der Gewinner des Klima-Innovationspreises Niedersachsen 2026 am 8. Oktober 2026. Die Preisverleihung findet erstmals in der PS.Halle in Einbeck statt. Die WIGOS drückt den drei Bewerbern aus dem Osnabrücker Land die Daumen!

Bildunterschrift:

Eine der drei im Rahmen des Wettbewerbs vorgestellten Innovationen aus dem Osnabrücker Land ist die Umstellung auf Banderolenverpackung bei Flach- und Winkelriemchen, mit der Feldhaus Klinker aus Bad Laer ins Rennen geht. Diese reduziert den Verpackungsmaterialbedarf drastisch, spart Rohstoffe und senkt das Abfallvolumen insgesamt sowie die CO2-Emissionen um rund 85 %.

Quelle: Erstellt auf Basis der Wettbewerbspräsentationen auf www.nachhaltigkeitsallianz.de


Weitere Wirtschaftsnews aus dem Osnabrücker Land ...

 

WIGOS Wirtschaftsförderungsgesellschaft Osnabrücker Land mbH
Am Schölerberg 1
49082 Osnabrück

Telefon: 0541 501 4914
Telefax: 0541 501 6 4914
E-Mail: info@wigos.de