Mit einer Kick-off-Konferenz in Osnabrück ist das Förderprojekt „Kreislaufwirtschaft in der Bioökonomie in der Region Weser‑Ems“ durchgestartet. Das Ziel: gemeinsam Möglichkeiten entwickeln, wie Reststoffe aus der regionalen Landwirtschaft und Nahrungsmittelproduktion besser genutzt werden können. Auch die WIGOS war vor Ort und informierte sich zum Thema.
Unter dem Motto „Kreisläufe schließen. Werte schaffen“ kamen jüngst über 80 Teilnehmende aus Betrieben, der Landwirtschaft, Forschungseinrichtungen und der Verwaltung im Zentrum für Umweltkommunikation (ZUK) der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) in Osnabrück zusammen.
Im Mittelpunkt der Kickoff-Konferenz standen Verwertungsmöglichkeiten für Reststoffe aus der regionalen Landwirtschaft und Nahrungsmittelproduktion. Molke, Gärreste, Grünschnitt, Binsen oder Holzfasern könnten oft viel besser in regionale Wertschöpfungsketten eingebunden werden. In Impulsrunden am Vormittag stellten andere Netzwerken wie das 3N Kompetenzzentrum für nachwachsende Rohstoffe, agri:change und CirQualityOWL+ ihre Aktivitäten und Learnings vor. Besonders inspirierend: die Best‑Practice‑Beispiele aus Wirtschaft und Forschung in der zweiten Impulsrunde - von funktionaler Tiernahrung aus Holzfasern über Dämmstoffe aus Bio‑Aerogelen und Binsenfasern bis hin zum Einsatz von Nebenprodukten in der Mastschweinhaltung.
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Der offene Austausch machte deutlich, wie groß der Bedarf an Vernetzung, Transparenz und Verständigung rund um Kreislaufwirtschaft in der Bioökonomie ist. Die Bedeutung des Projekts für die Region Weser‑Ems unterstrich Landrätin Anna Kebschull: „Transformation gelingt nur gemeinsam. Uns geht es darum, nicht nur Konzepte auf dem Papier zu entwickeln, sondern konkrete Projekte anzustoßen und umzusetzen.“
Der Nachmittag bot die Möglichkeit zum Austausch in parallelen Workshops zu Fördermöglichkeiten und Projektansätzen, regulatorischen Hürden in der Praxis, einer digitalen Verwertungs-Plattform und Einzelthemen wie biobasierten Kunststoffen und Pflanzenkohle.
Zentrale Takeaways aus der Konferenz:
- Kreislaufwirtschaft gelingt nur gemeinsam. Fortschritt entsteht durch enge Zusammenarbeit und kontinuierliche Kommunikation zwischen Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und weiteren Akteur*innen.
- Wertschöpfung beginnt bei Transparenz. Kreislaufwirtschaft braucht Kenntnis über Qualität, Zusammensetzung und Verfügbarkeit von Neben‑ und Reststoffströmen – erst dann lassen sich Potenziale realistisch bewerten.
- Reststoffe sind Wertstoffe: Sie müssen aber auch als solche erkannt und behandelt und auch vom Markt anerkannt werden.
- Der Schlüssel liegt im Transfer von Theorie in die Praxis. Forschung liefert viele Lösungsansätze – die Herausforderung besteht darin, diese gemeinsam mit Unternehmen in anwendbare, praxisnahe Lösungen zu übersetzen. Neue Märkte und Anwendungen entstehen dort, wo Akteur*innen entlang der gesamten Wertschöpfungskette Verantwortung übernehmen, sich vernetzen und den Mut zu Pilot‑ und Innovationsprojekten aufbringen.
Genau hier setzt WEcircleValley als verbindendes Netzwerk an. Nach dem erfolgreichen Auftakt geht WEcircleValley nun in die Umsetzungsphase. Geplant sind regionale Informationsveranstaltungen, Praxistage bei Unternehmen sowie vertiefende Workshops zur Entwicklung konkreter Projekte, unter anderem in den Bereichen Rest- und Nebenstromnutzung, neue biobasierte Produkte und Anwendungen, Kreislauf- und Geschäftsmodelle, digitale Plattformen für Stoffströme sowie Pilot- und Innovationsprojekte entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Hintergrund zu WEcircleValley
WE in “WE circle Valley” steht für die Region Weser-Ems. Das Regionalmanagement „Kreislaufwirtschaft in der Bioökonomie in der Region Weser-Ems“ wird im Rahmen des GRW-Regionalmanagements des Landes Niedersachsen gefördert. Ab 2026 sollen über drei Jahre Wertschöpfungsketten in der Landwirtschaft und Ernährungswirtschaft in der Region Weser-Ems zirkulärer gestaltet und bislang ungenutzte biogene Rest- und Nebenstrompotenziale systematisch erschlossen werden. Das geschieht durch eine digitale Nebenstrom-Plattform, Qualifizierungs- und Vernetzungsangebote für Unternehmen sowie die Initiierung konkreter Pilot- und Innovationsprojekte.
Umgesetzt wird das Regionalmanagement von der ECOS GmbH gemeinsam mit den strategischen Partnern Agrotech Valley Forum e. V., Deutsches Institut für Lebensmitteltechnik e.V. und Seedhouse Accelerator GmbH. Wirtschaftsförderungen, Forschungseinrichtungen, Unternehmen und Start-ups aus der gesamten Region bringen ihre Expertise aktiv ein.
Weitere Informationen zum Projekt und aktuellen Veranstaltungen finden Sie auf der Projektwebsite: www.wecirclevalley.de
Quelle: Pressemitteilung WECircleValley